Arbeitsgesetze

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) hat den Auftrag, das Unfallversicherungsgesetz und die Verordnungen zu konkretisieren, Richtlinien zu erstellen und die Umsetzung der Richtlinien zu veranlassen. Eine dieser Richtlinien ist die Spezial-Richtlinie Nr. 6508 - "Richtlinie über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit" (auch ASA-Richtlinie genannt). Die ASA-Richtlinie regelt den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) gemäss der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) Art. 11a bis 11g. Die ASA-Richtlinie ist seit 1996 in Kraft und hätte bis 1. Januar 2000 in den Betrieben umgesetzt sein müssen. Die Richtlinie wurde mittlerweile überarbeitet und per 1. Januar 2007 neu in Kraft gesetzt.

Ziel

Ziel der Richtlinie ist es, in den Betrieben einen hohen Sicherheitsstandard zu erreichen. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben dabei den gleichen, wichtigen Stellenwert. Mittels gezielter Ausbildung und Kontrollmechanismen soll sichergestellt werden, dass die Zahl der Unfälle (und damit die Kosten) reduziert werden und schlussendlich der Mitarbeiter besser geschützt und somit menschliches Leid vermieden wird.

Umsetzung

Die ASA-Richtlinie gibt verschiedene Möglichkeiten vor, wie die Anforderungen (die in der Richtlinie enthalten sind) erfüllt werden können. Eine der Möglichkeiten ist mittels Branchenlösung. Der Branchenverband erstellt für einen durchschnittlichen Betrieb eine (der Richtlinie entsprechende) Lösung. Die Mitglieder werden für die Verwendung der Branchenlösung geschult und können diese anschliessend im eigenen Betrieb umsetzen. In jedem Betrieb soll eine ausgebildete Person vorhanden sein. Wir nennen sie KOntaktPerson ArbeitsSicherheit (KOPAS). Diese KOPAS bekommt einen klar formulierten Auftrag in Bezug auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz.

Der Schweizerische Verband Dach und Wand (seit 2010: Verband Schweizer Gebäudehüllen-Unternehmungen) hat eine solche Branchenlösung entwickelt. Die Branchenlösung ist von der EKAS genehmigt und somit anerkannt worden. Es besteht die Möglichkeit, sich dieser Branchenlösung anzuschliessen und entsprechende Ausbildungen zu besuchen. Als Kursleiter und -referenten sind ausschliesslich speziell ausgebildete "Spezialisten der Arbeitssicherheit" vorgesehen. Wir verfügen z.Zt. über 3 solche Spezialisten.

Die Umsetzung der Branchenlösung, die Anpassung der Hilfsmittel auf den eigenen Betrieb sowie die weitere Ausbildung der Mitarbeiter im Betrieb ist der jeweiligen KOPAS überlassen. Die Beratungsstelle für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz steht bei Bedarf beratend zur Verfügung. Es sollte sich innerhalb der Betriebe eine Art "Sicherheitskultur" entwickeln. Durch Sensibilisierung/Ausbildung der Mitarbeiter sowie systematisches Reduzieren von gefährlichen Handlungen soll die Anzahl der Unfälle reduziert werden.

Verantwortung

Die letztendliche Verantwortung liegt immer beim Arbeitgeber (rechtlich wie moralisch). Selbstverständlich ist aber jedermann / -frau mitverantwortlich. Darum ist auch nur die Sensibilisierung/Ausbildung sämtlicher Mitarbeiter von Vorteil/sinnvoll. Es kommt den Betrieben entgegen, dass diese Ausbildungen durch die jeweilige KOPAS betriebsintern durchgeführt werden können. Somit ist jeder Betrieb flexibel, die interne Ausbildungen z. B. je nach Auftrags- bzw. Wetterlage durchzuführen.

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